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Nicht erst in Kopenhagen: Kohlenbarone und Ölmagnaten verhindern Klimarettung

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Wer sich von Euch über das Desaster von Kopenhagen aufregen kann, wird jetzt sicherlich vor Wut explodieren: Die Klimakatastrophe hätte schon 1931 verhindert werden können!

In jenem Jahr gab es bereits die Möglichkeit den Grundstein für eine solare Zukunft zu legen, doch es kam ganz anders, wie wir heute wissen und wie es Die Rote Fahne bereits damals wußte, wobei sie „mit klarer Eindeutigkeit“ aufzeigt, „daß das kapitalistische System heute, morgen und mit jedem Tage mehr auf der ganzen Linie ein ständig größerer Hemmschuh des technischen Fortschrittes“ bzw. der solaren Zukunft wird.

Hier die ganze erschütternde Geschichte:

Als die Rote Fahne am 7. Februar 1931 „Die Sonne als Riesenkraftwerk“ titelt, ist sie nicht die erste Zeitung, die über eine neue Entdeckung berichtet. „Die gesamte Weltpresse beschäftigt sich (…) in Sensationasaufmachung mit der Erfindung des jungen deutschen Gelehrten Dr. Bruno Lange vom Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Dahlem, dem es nach dreijährigen Versuchen gelang, das Sonnenlicht direkt in elektrische Energien umzuwandeln. Kohle, Öl und Wasserkraft würde, wenn diese Erfindung tatsächlich praktische Ausführung erhielt, als Stromerzeuger später überflüssig (…) Das Fundament des Sonnenkraftwerks der Zukunft wäre damit – theoretisch wenigstens – gelegt. Doch da selbst der Erfinder im Augenblick noch nicht daran denkt, die weiteren Versuche über den Rahmen von Messungsarbeiten hinaus vorzunehmen, müssen wir die marktschreierische Zukunftsmusik eines Teiles der bürgerlichen Presse, die ihren Lesern bereits das Sonnenkraftwerk in allernächster Zeit prophezeit, als Sensationshascherei bezeichnen.“

Warum aber wird nicht über eine praktische Nutzbarmachung im Sinne der Energieerzeugung nachgedacht?  Vordergründig liegt es daran, dass durch die Sonnenbestrahlung der Photozelle, die das Kernstück der Erfindung ausmacht, nur geringe „Elektrizitätsenergien“ erzielt werden.

Tatsächlich aber verhindert der „streng kapitalistische Profitstandpunkt“ der „Fachleute“ die Entwicklung des „Sonnenkraftwerk-Projekts“. Die „Fachleute der großkapitalistischen Riesenkonzerne“ beantworten die Frage nach der Möglichkeit einer kapitalistischen Ausbeutung der Erfindung mit einem „vorläufig nicht“. Denn „die Errichtung einer größeren Anlage, welche zur Erzeugung von 1 Kilowatt eine Kupferoxydulplatte von mehreren tausend Quadratmetern zur Voraussetzung hat, ist eine Kapitalsfrage, deren Lösung in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist.“ Lächerlicher Einwand! Der wahre Grund ist natürlich, dass das „baldige mühelose Einheimsen von Riesenprofiten“ nicht so einfach ist. Und es gibt ein weiteres Problem: „Die Kapitalgruppen, die tatsächlich die ungeheuren Finanzmittel zur Durchführung des Riesenprojektes aufgebracht hätten, [müssten sich] gegen den erbitterten Widerstand der Kohlenbarone, Ölmagnaten usw. durchsetzen.“ Wie wahr gesprochen und dabei kann die Rote Fahne doch noch gar nichts von moderner Lobbyarbeit, von Ölfirmen gesponserten Klimazweiflern etc. wissen, oder? Die Rote Fahne hat ihre eigenen Belegstücke. Da gibt es einmal „die heimtückische Arbeit des schwedischen Weltzündholztrust des Herrn Ivar Kreuger“ , der vor keinem Mittel zurückschreckt, „die Erfindung des sogenannten Ewigen Zündholzes zu sabotieren.“ Außerdem gibt es da noch „eine große deutsche Glühlampenfabrik“, die es sich „ungestraft erlauben darf Glühbirnen mit bewußt erstrebter kürzerer Brenndauer in den Handel zu bringen“.

Soweit also die Rote Fahne, und so sehr ähneln sich die heutigen Probleme bei der Umstellung auf eine ökologischere Wirtschaftsweise. Doch es gibt einen Unterschied zur damaligen Zeit. Die Rote Fahne durfte noch hoffen. Sie konnte noch glauben, „daß das Sonnenkraftwerk ein Projekt ist, daß (…) die vergesellschaftlichte Industrie eines Sowjetdeutschlands ernsthaft zum Wohle der arbeitenden Menschheit in Angriff nehmen kann.“ Das wissen wir heute leider besser.

Den ganzen Artikel könnt ihr übrigens hier nachlesen.

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Written by yesterdaywasfuture

Dezember 19, 2009 at 11:49 pm