Graffiti in Neukölln – eine alte Geschichte.
Aus der Neuköllnischen Zeitung vom 26. April 1916:
Ein unschöner Unfug
wird gegenwärtig von der Jugend in Neukölln täglich in großem Umfange verübt. Es werden nämlich überall, wo sich nur Gelegenheit bietet, die Mauern der Häuser, die Zäune, die Türen und Pforten, Ladenschilder usw. mit Kreide beschrieben und beschmiert, so daß die Straßen an vielen Stellen dadurch einen recht häßlichen Eindruck machen. Überall sieht man besonders Jungen mit Kreidestücken in der Hand umherlaufen, um dieser eigenartigen „Malerei“, die gegenwärtig einen besonderen Reiz auf die Jugend auszuüben scheint, nachzugehen. Wie diese neue Passion auf einmal entstanden ist, ist schwer zu sagen. Aber ein Kind scheint es dem andern nachzumachen. Oft artet diese Sucht, alles mit Kreideinschriften zu versehen, sogar, wie man wahrnehmen kann, in Unflätigkeiten aus. Es wäre an der Zeit, daß Eltern und Erzieher die Kinder von diesem unästhetischen Unfug zurückhalten.
wow… wer hätte das gedacht!
Regina
Januar 10, 2010 um 6:37 nachmittags